Tränen und Verzweiflung
Es ist, als ob ich dir eine Hand reichen würde
und du kannst sie nicht erreichen
als ob du Angst hättest, mit mir weiterzugehen
einen neuen Weg zu finden
als ob du Beine hättest
und kannst deinen Weg nicht gehen
als ob du Augen hättest
und willst deine Freiheit nicht erkennen
als ob du Ohren hättest
aber meine Worte erreichen deine Seele nicht
als ob du ein Herz hättest
aber für mein liebendes Werben bist du kalt
angstvoll, isoliert bleibst du stecken
in deinem eigenen Sumpf
Vergessen
hatte ich deine Maskerade
deine Distanziertheit
vergessen
dein berechnendes Wesen
deine Gefühllosigkeit
deine Makellosigkeit
vergessen
dein perfektes Aussehen
deinen Egoismus
deine Lieblosigkeit
selbst am Scheideweg

Gescheitert ist deine Beziehung
aber du flickst weiter an brüchigen Stellen
gescheitert bist du selbst
aber für einen Neuanfang fehlt der Mut
entzaubert ist deine Gefühlswelt
deine Seele leidet ohne Ende
entzaubert alle materiellen Werte
an denen du dich krampfhaft festklammerst
verzweifelt suchst du neue Wege
ohne die alten ganz verlassen zu müssen
verzweifelt suchst du den Regenbogen
was, wenn du ihn wirklich findest
Missbraucht hast du mein Innerstes
geraubt mein Herz
freiwillig wollte ich es dir schenken
weit öffnend meine Seele
blind warst du für meine Signale
taub für meine zittrige Stimme
gib mir mein Herz zurück
Du hast mich nicht verdient
Vorbei an Schlössern und Flüssen
die ich nicht seh
vermiss dich so
endlose Schienen und Straßen
immer weiter fort
nur äußerlich vorhanden
mein Herz zerreißt
mag nicht weg von dir
verschleiert die Augen
mögen nicht klar sehen
düster die Bäume
mag nicht lachen heute
vermiss dich so
Tränental
werde ich sie erfahren
Medikamente stützen mich
ich will sie nicht mehr brauchen
Erfahrungsaustausch bestätigt mich
ich kann mich öffnen
Naturerlebnisse stärken mich
ich kann freier atmen
Armes Kind
warum weinst du so herzerweichend
hast du dir wehgetan
hast du Kummer
armes Kind
warum umarmt dich deine Mutter nicht
warum hastet sie weiter
kann sie dich nicht hören
armes Kind
warum bist du so allein mit deinem Schmerz
gibt es keinen Trost mehr
keine Zärtlichkeit, kein Mitfühlen
es ist kalt geworden hier
nicht nur für Kinder
ist mehr so
wie es war
Vergangenes
hat seinen Sinn
verloren
Inhalte
sind plötzlich
entleert
Energien
finden
keine Quellen mehr
ausgebrannt
sind Körper
Seele und Geist
überfordert
habe ich
mein ganzes Sein
erschöpft
suche ich
nach neuen Hilfen
hoffend
ersehne ich
Wärme, Liebe, Stärke
Der Richter spricht das Urteil
eine Ehe wird zu Grabe getragen
Tränen steigen in mir auf
Jahrzehnte rauschen an mir vorbei
damals in Weiß
heute in gedecktem Blau
wenige Minuten verurteilen Jahre
Ruhelos hastest du durch dein Leben
suchst Sinn in Zerstreuung in vielen Bereichen
jagst deiner Karriere nach
hetzt von einem highlight zum anderen
versuchst dich ständig in Höchstleistungen
die Angst vor Einsamkeit und Versagen
ist wie eine Endlosspirale
so findest du kaum noch Schlaf
Ruhe in dir selbst hältst du nicht aus
dein Körper ist der eines Athleten
aber deine Seele die eines Einsamen
am Ende bist du nur noch ein Schatten deiner selbst
die mich überfällt
Schlaflosigkeit
die mich quält
Übelkeit
die in mir aufsteigt
Zittern
das mich befällt
Kälte
die mich durchströmt
Herzflattern
das mich beängstigt
Angst
die mich übermannt
Liebe
die ich suchte
Aus ist der Traum
jähes Erwachen aus Hoffen und Bangen
zerrt mich zurück
zerrissen ist das Tuch
auf dem wir gemeinsam lagen
Gefühle waren einseitig
aufgebrochen das Tränental
dessen Tiefe mich verschlingt
endloser Schmerz lähmt
gut geschützt war ich
vor neuer Verletzung
vielleicht die Mauern zu hoch
hörst du mich nicht schreien,
Mama
auf meinem Bett gefesselt
in meinem Zimmer eingesperrt
warum
darf der das mit mir tun,
Mama
es tut mir so weh
kann mich nicht wehren
warum
lässt du es immer wieder zu,
Mama
mich lähmt Angst
Alpträume quälen mich
warum
hilft mir den niemand,
Mama
ich fliehe in mich selbst
getötet ist mein Herz
wurde deine Männlichkeit
ein Fall ins Bodenlose
den rettenden Grashalm suchend
finden deine Gedanken den Ursprung
zu wenig Achtung
zu frühe Sexualität
zu wenig Tiefe
zu viele Wechsel
zu wenig Anerkennung
zu viel Leistung
zu wenig Geborgenheit
zu viel gegeben
zu wenig bekommen
die selbstgewählte Isolation
abgeschnitten hast du
den Gradmesser deiner Potenz
suchst du Körpernähe
ein Gefangener auf der Suche
nach wahrer Liebe
Was
wenn ich Dich frage
wirst Du tun
wenn Sturm uns umtobt
sagst Du
wirst Du tun
wenn die Fahnenfarben wechseln
sagst Du
wenn jemand neben Dir
weint
meinst Du
wenn ich
unter Peiniger falle
davonlaufen
Wo sind all die Freiräume geblieben
die ich brauche
versteckt haben sie sich
bis in die letzten Windungen meines Alltags
gelebt werde ich nur noch
Tag um Tag bis an die äußersten Grenzen
mir ständig Briefe zu schreiben
du schnürst mir allmählich die Kehle zu
hör endlich auf
mir ständig Fotos zu schicken
du pflasterst mir mein Leben zu
hör endlich auf
ständig an mich zu denken
du raubst mir den nötigen Freiraum
hör endlich auf
ständig an Erinnerungen festhalten zu wollen
du vergisst dabei, im Heute zu leben
hör endlich auf
ständig unsere Zukunft zu planen
Liebe kannst du nicht festhalten
sonst ist sie tot
Hast du es nicht gestern erst
noch angedeutet, gestammelt
keiner kann dir richtig helfen
am wenigsten du selbst
dein Leben haben dir andere diktiert
eine Maskerade ohne Ende
ich brauche Hilfe, hast du geschrien
und hast dich wieder vollpumpen lassen
deine Kinder tappen ohne Halt ins Leere
saugen dich vollends leer
nichts bist du geworden
nichts bietet dir Halt
fremd ist dir dein Leben
fremd geblieben bist du dir selbst
lässt andere für dich entscheiden
gibst anderen die Schuld
aufwachen wollen
hinsehen wollen
erkennen wollen
verantwortlich sein wollen
für dich
für deine Kinder
für dein Leben
es gibt kein Morgen mehr
Ziellos hastest du durchs Leben
suchst von jedem Kuchen das beste Stück
ewig gierig bleibst du stets unzufrieden zurück
rücksichtslos forderst du,
was dir nicht zusteht
keine Seele
die du nicht zertrampelst
verbittert suchst du
was du selbst nicht geben willst
mir bleibt nichts übrig
als dich zu beweinen
lässt du dich nicht abschütteln
Vergangenheit
warum nur
kriechst du immer noch in mir hoch
Vergangenheit
nein
du kannst mich nicht mehr erdrücken
Vergangenheit
nein
ich lass mich nicht mehr fesseln von dir
Vergangenheit
aber
deine Prägung wird mich begleiten
Vergangenheit
du
hast mich leben und erkennen gelehrt
Vergangenheit
Bleib doch da
Mutter
ich hab dir noch so viel zu sagen
möchte noch manches klären
mich mit dir auseinandersetzen dürfen
Du kannst doch nicht jetzt schon gehen
Mutter
noch wirst du doch gebraucht
bist immer für uns da
sprungbereit – selbstlos
So darfst du uns nicht verlassen
Mutter
wir werden mit dir kämpfen und hoffen
wollen für dich da sein
sprungbereit – selbstlos
jetzt sind wir dran
haben sie mich
trieblos gemacht
haben sie mich
verletzt
haben sie mich
verkümmert
haben sie mich
wehrlos gemacht
haben sie mich
wild wachsen
will ich
Es war der Krieg
der dich gebrochen hat
die fehlende Kindheit
erdrückende Verantwortung
beengende Religiosität
todkranke Eltern
der egozentrische
und untadelige Bruder
du hattest keine Chance
dich selbst zu finden
etwas Ordentliches zu lernen
eine glückliche Ehe zu führen
dich weiterzubilden
von vorne anzufangen
dich zu befreien
auf Gesundheit zu achten
du warst geprägt von der Pflicht
vom Überlebenskampf
der Selbstaufgabe
unendlicher Hilfsbereitschaft
tragender Gottgläubigkeit
endloser Tätigkeit
heute hättest du
dich fast vergessen
Angst
habe ich plötzlich
vor einer neuen Beziehung
neuen Enttäuschungen
neuen Verletzungen
neuen Fehlentscheidungen
kann
ich mich
vertrauensvoll fallenlassen
Nähe genießen
auf nichts
werde ich
mich einlassen
um jeden Preis
erfasst mich
Ohnmacht
dringt durch deine Gitterstäbe
kaum berührt
bleibt meine ausgestreckte Hand
Angst
vor tödlicher Freiheit
Sterilität
als Schutzraum
Zärtlichkeit
als Falle
Beziehung
mit Maulkorb
Aids-Angst
als Liebestöter
Tief verletzt
habe ich dich
nicht stark genug
warst du für meine Ehrlichkeit
war die Rückblende
nicht notwendig
um das Wunder der Veränderung
zu begreifen
hätte ich
verschweigen sollen
was mich
noch letztes Jahr gequält hat
angenickt habe ich
die junge Pflanze unserer neuen Begegnung
ihre Verletzlichkeit
nicht gesehen
behutsam pflegen
will ich sie
damit sie
neu erstarkt
Vergangenes
hat seine Macht verloren
lass uns weiter
Neues säen
genug gesprochen
genug gehört
genug gesehen
genug geöffnet
genug geklärt
Nein
so nicht!
Wachrüttelnde Bilder -
sind sie authentisch?
Wiederkehrend gewohnte Berichte -
ich will mich nicht gewöhnen!
Soldat rettet Kind aus Kugelhagel -
ist Irrsinn zu verstehen?
Aus Ver-Sehen wird falsch getötet -
ein Drama ohne Ende!
So scheint Kriegs-Alltag zu sein -
haben wir schon vergessen?
Sie zünden Lichter an
für den Frieden
wird nicht gehört
sie protestieren
gegen Unterdrückung und Gewalt
wird nicht gehört
sie werden verhaftet
als unbequeme Ideologisten
wird nicht darüber geredet
Völkerrecht wird gebeugt
zum eigenen Vorteil interpretiert
der Bumerang kehrt gnadenlos zurück
Unterstützung wird teuer erkauft
miteghangen, mitgefangen
arme Nein-Sager werden noch ärmer
Ultimaten werden zahllos gestellt
die Welt hält den Atem an
das Resultat stand längst fest
der erste Morgenruf zum Gebet
erste Sirenen reißen aus dem Angsttaumel
Erd' und Kreatur beginnen zu brennen
Gewalt erzeugt Gegengewalt
eine Gleichung ohne Ende
solange Frieden und Tolleranz in uns nicht siegt
soll ich dir erklären
mein Kind
warum es Unrecht und Leid gibt
auf dieser Welt
und warum die Vögel aufgehört haben
zu singen
Wie
soll ich dir erklären
mein Kind
warum so viele Landsleute
unheilbar krank geworden sind
und dein Bruder
an meiner Brust verhungert
wie
soll ich dir erklären
mein Kind
warum unser reiches Land
so arm ist
und wir keine Medizin mehr
für deine Schwester bekommen
wie
soll ich dir erklären
mein Kind
warum die Mächtigen dieser Welt
belügen und betrügen
und unsere Pflanzen
nicht mehr wachsen wollen
wie
soll ich dir erklären
mein Kind
warum die Großeltern
in Tränen ersticken
und du nicht spielen darfst
jenseits des Zauns auf verminter Wiese
wie
soll ich dir erklären
mein Kind
warum damals
Kain seinen Bruder Abel erschlagen hat
und die Soldaten der Reichen
schon vor unserem Tor stehen
wie
Oh ihr Schlächter dieser Welt
wann endlich werden eure Taten gerächt
keine Würde für Mensch und Tier
eure Macht scheint grenzenlos
zu viele der kleinen Katzenkinder
deren ihr nicht Herr werdet
ein lefzender Hund als Lösung
durch die kinderfreundliche Ferienidylle gejagt
zu wenig Wirschaftswachstum
Arbeitslose und Unzufriedene allenthalben
legalisiert wird der Kampf gegen alte und neue Unruheherde
unbeugsame Machthaber als Alibi des Rüstungswahnsinns
kaum geboren, gefleckt-klebriges Kälbchen
achtlos und heimlich auf den Hänger geschleudert
profitlos dein falsches Geschlecht für den seelenlosen Hofherrn
eine rasch ausgehobene Grube beendet dein grausames Schicksal
jahrhundertealt der Völkerkonflikt jenseits der Berge
zahlloses Gemetzel aus Macht- und Wirtschaftsgier
medienwirksame Geiselnahme vor Thrones Augen
rücksichtsloses Vergasen als Rechtfertigung eigener Ohnmacht
eine Endlosspirale geknechteter Kreaturen
keine Achtung und Liebe allem Sein gegenüber
doch, wehe euch, ihr Schlächter dieser Welt
der Sensenmann wartet schon auf eure Ernte
Du hast kein Recht
uns immer wieder
vor eine Mauer laufen zu lassen
du hast kein Recht
dir den Glanz abzuholen
den du nicht verdienst
wir haben genug
vom Ertragen deiner Allüren
um gemeinsamer Kinder Willen
wir haben genug
vom Ausstreuen deiner Halbwahrheiten
um deinen eigenen Kopf zu retten
wie hoch ist der Preis
deinen neuen Mann zu verleugnen
um alte Vorteile zu genießen
wie hoch ist der Preis
sich gegen dich nicht wehren zu können
einer alten Abmachung wegen
meine Seele bebt
vergangen ist mein Lachen
du gingst zu weit
seltsame Leere beklemmt mich
allein an diesem Ort
wieder sehne ich mich nach deiner Nähe
fürchte die Einsamkeit
Dunkelheit bricht über mich herein
wieder begegnen sich unsere Phantasieen
träumt mein Innerstes
was nicht sein darf
Heut ist Zahltag
jeder kommt dran
die einen gebückt
geschlagen gemobbt
die anderen mächtig
erhaben siegessicher
ganz hinten die Verlierer
missachtet verlegen
dazwischen die Mitläufer
aalglatt marschierend
die Kasse klingelt
jeder sackt ein
bald blankes Entsetzen
bestimmt ein Versehn
jeder geht heim
beschämt schweigend
sie wurden entlohnt
unerwartet gerecht
Mitten im Mai
so um die Mittagszeit
fand ich mich wieder
in meiner Einsamkeit
auf der Terasse
eines kleinen Schlosses
zu Füßen ein See
umfasst von einem Wald
der Himmel
war wolkenverhangen
ein frischer Wind
ließ mich frösteln
Scharen von Ausflüglern
zogen immer näher
verführerischer Küchenduft
stieg mir in die Nase
noch übertönten die Vögel
das Geschehen
fernes Glockengeläut
ermahnte den Zeitenlauf
lärmende Flugzeuge
waren Zeugen der nahen Großstadt
übermütige Hunde
jagten bellend durch die Idylle
vergeblich versuchte ich
mich abzulenken
fühlte immer drängender
mein Herz pochen
hörte in mir wohlvertraut
Deine Stimme
schmeckte das Salz meiner Tränen
auf den leeren Lippen
so tief verletzt
dass du
meine ausgestreckte Hand
nicht sehen kannst
ist dein männlicher Stolz
so genickt
dass dir
Selbstvertrauen
für neue Begegnungen fehlt
lohnt es sich für mich
zu warten
bis du
wieder
beziehungsfähig bist
oder
werden dich
auch dann
Ambivalenzen
quälen
Tödlicher Schicksalsschlag
infiziert in dir blitzartig
deine Nervenzentrale
du gerätst außer Kontrolle
unsägliche Lasten
werden alptraumartig
deinem sensiblen Wesen aufgebürdet
du wirst gelähmt
Wirklichkeit
huscht wie eine rasante Diaschau
in deinen Augen vorbei
du bist verwirrt
quälende Schmerzen
treiben dich hilflos
auf den Jahrmarkt der Therapiesuche
wann wird es Heilung geben
Ich steh' an der Tür
meines offenen Herzens
und sehe ihr nach
kein Blick geht zurück
ich brauch' dich nicht mehr
sag' nicht mal, wohin ich geh'
so schreits in mein Herz
das zum Bersten wehklagt
warst einst meine Rose
geliebter Wirbelwind wurd' flügge
warst Freundin und Vertraute
deine Seele oft verletzt
ich steh' und gehe oft weinend
hab' so Vieles mit dir geteilt
kann dein Misstraun nicht verstehen
liebste Tochter, was ist geschehn
mein Blick streift in die Ferne
begleite dich in Gedanken
Liebe lässt sich nicht verbieten
steh' an meiner Herztür und warte
Sie kriechen aus allen Ecken
und fressen mich auf
fühle mich wie ein Schmetterling
gefangen im Netz der Spinne
sie saugen meinen Lebenssaft
zurück bleibt eine leere Hülle
verzweifelt strample ich mich ab
doch meine Kraft ist am Ende
unendlich viele Gedanken
sorgende, bekümmernde
traurige, mich auffressende
über's sich umeinander kümmern
sich füreinander interessieren
füreinander da zu sein
nicht erst
wenn Krankheit, Notfall oder Tod
vor der Tür stehen
einander loslassen
wenn es an der Zeit ist
wenn der Loszulassende
einen nicht mehr braucht
oder brauchen will
für sich selbst zu sorgen
um nicht von all den Sorgen
und den Alltagsverpflichtungen
aufgefressen zu werden
möchte Brücke sein
doch meine Wirbel
halten wieder nicht Stand
sehe manch Unheil
und unsichere Zukunft
doch die Erfahrung der weisen Alten
will nicht gehört werden
Irgendwann werde ich
das nicht mehr brauchen
denn der Zahn der Zeit
nagt auch an mir
irgendwan wird
Ruhe und Friede sein
den jeder ersehnt
und der nie von alleine einkehrt
Doch heute weiß ich
ich kann nicht mehr
tun
Der Tod berührt
mein Herz erstirbt
mir ist so kalt
du bist so fern
ein Schicksalsschlag
die Nerven blank
Salzrinnsal auf den Lippen
Nächte sind lang
Sie schleicht sich herein
wie eine Schlange
in unser Leben
so zuckersüß
immer und immer und immer wieder
mit ihren vergifteten Äpfeln
für Zwietracht und Eifersucht
auf dich zurück
schon bereit zum Absprung
aus der Beziehung von heute
vor Jahren wiederholt erlegen
glaubst du wirklich, sie hätte vergessen
wo sie schon heute so Vieles vermisst?
und ich brauch mich nicht zu sorgen
doch ich sorge mich krank
ihr Pfand ist fest in ihrer Hand
außer mich und meine Liebe
und die Angst, dich zu verlieren!
Hast du die eigentlich nie?
nimmt sie bekanntlich die ganze Hand
riechst du am scheinbar ungefährlichen Apfel
betört dich doch der Duft Eurer vergangenen Tage
um gesund zu atmen
und deine Liebe
klar und ungeteilt
meine Gefühle nicht zertrampeln
als wären sie Humbuk
und für nichts zu gebrauchen
auf die Äpfel der Schlange
vergiften unser Leben!
Was bin ich dir wert?
Du hältst mich gefangen
kann kaum noch atmen
erdrückend die Sehnsucht
nach Liebe und Glück
wollt doch nur Nähe
ohn Angst und Schmerzen
doch niemals Enge
der Tod meiner Seele
muss ich dir nun danken
randvoll an Enttäuschung
will dich nicht verletzen
hab mich fast verloren
bin in mir gefangen
such den Weg zum Regenbogen
entdeck mich im Spiegel
und seh zartes Leuchten
Er hat sich verloren
war als Kind schon zu reif
Gefühle dick eingemauert
nun tut nichts mehr weh.
Er war nie wie die andern
nicht gekonnt, nicht gewollt
dafür aber besser
und selbstlos vielleicht
Viel zu ruhig ,zu verschlossen
wehe, wenn er ausbricht
Vulkan tiefster Gefühle
verbrennt selbst fast dabei
Auch heut muss er fliehen
vor dem Spiegel seiner selbst
sucht Freiheit, sucht Heimat
ohne Grenzen in Opferliebe
Mühlsteine zerren
mein Kleid verhängt
wird immer enger
krieg keine Luft
Die Zacken so groß
blitzblank in der Sonne
ist kein Entrinnen
Schreien macht taub
Die Seele erwischt
zerstückelt der Sinn
das Unmögliche gewollt
zermahlen wie Staub
warum darf unsere Sprache keine Zwischentöne mehr zulassen
Gefühle sind gestorben oder in die Tiefe verbannt
wir reden nur, wenn es nicht anders geht
ich fühle mich verletzt, in eine Ecke gedrängt, aus Deinem Leben gestrichen
darf nicht mehr teilhaben an Deinem Sein
dabei sehe ich doch, wie Du leidest
Dein Gesicht ist zur Fassade verkommen
Dein Körper schreit nach Befreiung
Du stürzt ab in Selbstablehnung und scheinbarer Unverletzlichkeit
nie mehr fühlen müssen
zu viel hat weh getan
was ist schon Liebe
gibt es Vertraun
was allein noch zählt, bist Du selbst
Dein Weltbild scheint unerschütterlich
Deine Logik verträgt keine Kritik
wo bleibt Spontanität
wo darf Entwicklung sein
bist grade mal erwachsen
und doch so stur, wie manch einer der Alten
das Leben ist nicht einfach
steckt doch voller Überraschungen
und nichts ist fertig
gar Vieles nicht planbar
wir müssen uns bewegen
wenn Starrheit nicht töten soll
aufeinander zu und voneinander weg
die Hand reichen und sich umdrehen dürfen
Verletzungen heil werden lassen
und Glück und Trauer aushalten
ohne Angst, sich dauerhaft zu verlieren
denn zuletzt stirbt die Hoffnung
im Nu zu verletzen
vielleicht zu zerstören
Deine heile Welt
viel zu viel schon erfahren
genug schon gelitten
am Ende allein
nur das Nest nicht beschmutzen
in dem andere jetzt sitzen
nicht gefährden den Ruf
noch immer mit Fragen
sind Kinder der Lust nur
viele haben ihn geliebt
Licht bringts an den Tag
wir erkennen nur zaghaft
ein Farbenspiel der Illusion