Seele und Weisheiten
...stehe ich und blicke mich um
meinen Zenit habe ich erreicht
was hinter mir liegt
erkenne ich deutlich
den Nebelschleier vor mir
schiebe ich sachte beiseite
Staunen erfüllt mich
beim Rückblick auf manche Irrwege
einer Achterbahn gleich
herausgeschleudert
wachgerüttelt
im Niemandsland
barfüßig durch die Wüste
und doch überstanden
unendliche Weite liegt vor mir
sie verschlägt mir den Atem
doch wachsam und neugierig
ertaste ich neuen Grund
suche mir Weggefährten
deren Seelen dasselbe Lied singen
den Lebensreichtum im Sein teilend
den Augenblick genießend
dem Neuland entgegen

...erfüllt die Kirche
berührt die Hörer
ergreift die Seelen
mein Körper
wird zur Tastatur der Sinne
erlebt Leichtigkeit
Lächeln
Helle
zum Fliegen bereit
dann
erfasst von Erregung
Übermut
Farbenvielfalt
plötzlich
ein Fall in die Tiefe
schier endlose Schmerzen
mein Körper
wird zum Klangkörper der Musik
am Ende
gereifter
erleuchteter
...arbeitet am Liebsten
wenn wir schlafen
trennt die Spreu
vom Weizen
wieder erwacht
Lass es fallen
was längst
nicht mehr deines ist
lass dich reinigen
von deinen Oberflächlichkeiten
die dich unerträglich jucken
lass endlich
das Neue entstehen
das längst in dir reift
Nehmt mich mit
ihr dahineilenden Wolken
fliege weit hinauf
geliebte Seele
atme Freiheit und Leichtigkeit
lebe Vereinigung mit allem
was dich umgibt
gleite dahin wie ein Vogel
und kehre nicht zurück
bevor du
am Ende des Regenbogens warst
Manchmal fehlt dir einfach der Überblick
weglos steckst du im Jetzt
das Morgen vor dem Heute leben

...will ich wild wachsen
wie ein herrenloser Baum
mich räkeln und strecken
wie es mir gerade gefällt
immer der Sonne entgegen
tief wurzelnd in Feuchte
wenn du willst
schenk ich dir kühlenden Schatten
fächle dir ein bisschen Wind zu
male Lichtspiele auf deinen Bauch
und beschütze dein zartes Sein
Eigentlich passe ich gar nicht hierher
alles ist so schrecklich gepflegt
doch ich bin schon alt
und niemand will mich fällen
bin ein Nistplatz für viele
und Unterschlupf für Liebende
verströme Frieden und Natürlichkeit
Eigentlich kannst du mich nicht verfehlen
wenn du mich wirklich suchst
frag den Wind und die Sonne
selbst der Mond zeigt dir den Weg
hör auf die Nachtigall in meinen Wipfeln
oder dem Liebesgeflüster unter meinen Zweigen
du wirst mich finden
vielleicht auch dich
wenn du dich wirklich suchst
Wie ein kostbarer Schatz
warst Du für mich lange vergraben
wie eine Schatzsucherin
habe ich Dich lange und überall gesucht
aber meine Suche
war bis heute vergeblich
es waren die falschen Orte
es waren die falschen Menschen
es war zur falschen Zeit
jetzt sind wir
endlich reif füreinander
endlich da füreinander
wie ein Wunder
war die erste Begegnung
wie ein Wunder
dieses Urvertrauen
diese Zuneigung
wie ein Wunder
die Übereinstimmungen
die Ehrlichkeit
gemeinsam haben wir ihn gefunden
diesen wundersamen Schatz
nach 40 Jahren der getrennten Suche
Nein
ich werde mich nicht mehr verstellen
mich nicht mehr aufstylen
möchte nicht mehr jedem alles sein wollen
ich habe es satt
auf dem Jahrmarkt der Gefühle mich bloßzustellen
eine Nummer abzuziehen
mich selbst zu verleugnen
zu tief sitzen Enttäuschungen
die Angst
vor Versagen und Zurückweisung
vor neuen Hoffnungen und neuem Verlassensein
irgendwann werden wir uns erkennen
ohne viel zu fragen
uns einander einfach schenken
ohne falsche Sicherheiten
es kommt der Tag
da werden wir sehen
Sagt doch
warum darf ich nicht kosten
von den edelsten Früchten des Lebensbaums
sagt mir
warum kann ich nicht haben
was andere bereichert
sag mir
warum kann ich nicht fliegen
wie ein Vogel im Wind
sag
wo finde ich das Paradies der inneren Zufriedenheit
in dem es nichts mehr zu ersehnen gibt
Heute hab‘ ich sie
alle wieder gesehen
die für mich jahrzehntelang
kaum erreichbar waren
und doch
Gesichter verändern sich kaum
traurig war der Anlass
wie so oft
wenn man sich selten sieht
und wieder ist sie da
diese Offenheit
diese Herzlichkeit
die alle Gräben überwindet
losgetreten wie eine Lawine
die nichts anderes zulässt
Neue Chance
ein neuer Weg
dunkel danach
nichts ist sicher
was wird mir begegnen
will ich es wagen
es gibt kein zurück
Berufstätigkeit
Endlich angekommen
rastlos suchend
fragend alleingelassen
ziellos dahintreibend
hoffnungslos verirrt
endlich angenommen
wortlos umarmend
ehrfürchtig tiefbewegt
tränenerstickt annehmend
wundersam öffnend
endlich weiterkommen
befreiendes Aufatmen
Gleichheiten erspüren
glückseliges Lachen
dankbares Aufwärtsschauen
...über die eigene Schönheit
sie tun unendlich gut
und doch spiegeln sie mein Sein
selbstgewählte Freiheit
manchmal ja
Hunger nach Zweisamkeit
überwiegend
Suche nach Erfüllung
täglich
Ich liebe es
spontan zu sein
nicht unvernünftig
nicht grenzenlos
sondern Hörende
auf die Seelenstimme
auf die wilde Wissende
in mir
einfach zulassen
dem Inneren gehorchen
Nur eine Frage
des perfekten timings
sagen sie:
Ich bin
wie ich bin
heute so
und morgen anders
das ist Leben
ich
Du hetzt durch die Straßen deines Lebens
immer höher den Weg des Erfolgs
immer enger dein Weg der Anforderungen
immer unbequemer deine Maskerade nach außen
wo ist sie nur geblieben
die Bank zum Ruhen
wo nur der Ort
an dem du wahre Liebe findest
am Vertrocknen ist der Brunnen vor deinem Haus
verloren die Freuden vergangener Tage
doch steig hinab in die Tiefe
entdecke den schweren Stein
der deine Quelle verdeckt
beseitige ihn auch unter Schmerzen
und du wirst es wieder finden
das unendliche Sprudeln
das dir Glück bereitet
und deinen Durst stillen kann
wenn du viel Glück hast
wirst du staunend erleben
wie sich dies Wasser in Wein verwandelt
als Zeichen wahren Genusses
Es gibt Tage
da fällt es mir schwer
in den Spiegel zu schauen
den du mir hinhältst
es erschreckt mich
zu Erkennen
was ich sorgsam verdeckt habe
noch bin ich nicht reif
alle Veränderungen zu ertragen
zu offen zeigst du mir mein Innerstes
es gibt kein Entrinnen
doch vielleicht schon morgen
bin ich stark genug
meinen Weg zu gehen
den ich nun sehe
geh nicht fort
mein Spiegel
ich komme wieder
Unterwegs bin ich
jahrein jahraus
müde meine Füße
vom harten Asphalt
endlich angekommen
am Scheideweg
erlöst gehen meine Füße
den natürlichen Weg
immer weiter
Manchmal bin ich der Stein
an dem du dich stößt
manchmal der Stein
der Wasser entzweit
manchmal der Stein
der Edles verbirgt
manchmal der Stein
der dir den Weg weißt
manchmal der Stein
in den du deinen Namen ritzt
manchmal der Stein
der unter dir zerbröckelt
Altern
hängt nicht ab
von Falten und Zahlen
schau
in den Spiegel
der Wahrheit von heute
erblasst du
beim Anblick
besinn dich und ändere
leuchten
deine Augen
erkennst du Jugend und Glück
Kaum formten meine Lippen
das erste Wort
quoll meine Seele über
vor Begeisterung
als die junge Familie zerbrach
wurde ich wortlos
in mein Zimmer gesetzt
und hielt mir die Ohren zu
zu lange fand ich
keine Worte mehr
für all die Gefühle
die Sprache ersetzen
sie wollten
kein Wort mehr hören
wenn ich je wagte
über die Stränge zu schlagen
selten kamen mir
die Worte leicht von den Lippen
wenn ich gefragt wurde
und um Antwort rang
selbst als ich um Gnade bat
für die Liebe zu jung
brach ich
mit leisen Worten zusammen
wieviele Liebesworte
waren geheuchelt
und ließen mich
innerlich schreiend zurück
dann begegnete ich Menschen
die machten viel zu viele Worte
redeten andere zu Tode
oder mich an die Wand
doch eines Tages
fand ich meine Worte wieder
und schrie
ES IST SCHLUSS - NIE MEHR, WIE ES WAR
und heute weiß ich
das Schweigen ist tot
wenn ich in deinen Armen liege
und du mir deine Liebe gestehst
denn meine Seele quillt über
vor Begeisterung
kein Wort ist zu viel und nie ohne Herz
weil endlich ich lebe
Er
lauscht
den ersten Klängen
ein eigenartiges Leuchten
huscht
über sein Gesicht
sie
steht
schon parat
ein merkwürdiger Zauber
beginnt
sich zu drehen
sie
tanzen
stilistisch perfekt
zwei einsame Marionetten
erkalten
auf einer Vulkaninsel
Wenn Kinder gehen
die Nabelschnur erneut zuckt
bleiben wir Alten zurück
mit lachend-weinenden Augen
wenn Kinder gehen
schrittweise alleine
winkt Abenteuer und Freiheit
jenseits der heimischen Höhle
wenn Kinder gehen
die man nicht festhält
kehrn sie gerne zurück
neu bereitet für ihren Weg
wenn Kinder gehen
müssen sie stolpern und aufstehn
sich selbst ein Rückgrat schaffen
um aufrecht zu gehn
wenn Kinder gehen
geht mit ihnen unser Vertraun
doch bleibt immer die Liebe
und ein leerer Platz in der Höhle
Du hast nicht verstanden
was wir immer erwünscht
hast mit Füßen getreten
was wir gerne geboten
du kannst nicht zurückgeben
was du oft schon beansprucht
versuchst zu trennen
was zusammengehört
du fühlst nicht dasselbe Blut
obwohl selbstlos für dich da
hast einfach vergessen
wo Geborgenheit dir alles war
du bist blind für unsere Wunden
hast wieder unseren Bogen überdehnt
oft genügt ja schon ein Zeichen
jedoch Liebe braucht Nehmen und Geben
Da sitzt er nun
der Denker
gedankenversunken
auf einem einfachen Hocker
dieserart rundgeworden
mit seinem Gestühl
er geht in sich
und schweigt
bis er gefunden
wonach er gesucht
und es ihn drängt
aus sich herauszugehen
so sitzt er nun
der Denker
gedankenversunken
auf seinem Hocker
um eine Form zu finden
Gefundenes zu teilen
Keine Blume
wie die andere
kein Mensch
wie der andere
Sieh die Schönheit
der Rose
natürlich und anmutig
ein Geschenk Gottes
Sieh in den Spiegel
deiner Seele
erkenne natürliche Schönheit
ein Geschenk der Liebe
Er war noch jung und unerfahren
seine Wege ziellos und schlangenlinienartig
Ein beliebter Clown und Zauberkünstler
der verletzliche Gefühle kaum zulassen konnte
So begegnete er einer jungen Frau, Gleichklang empfindend
die ihm alles war, ohne sich selber zu verlieren
Sie hatte gefunden, wonach sie sich sehnte
angekommen auf ihrem Weg, ein Meer von Gefühlen
Sie war sein Traum, doch schier nicht zu erreichen
Was konnte er bieten, wer war er denn eigentlich
Nicht reif für Liebe, Bestand und Verantwortung
musste er sich trennen, sich selber zu finden
Doch verlieren mochte er sie nicht, die ihm alles war
Er spielte auf Freundschaft als Anker auf seiner Suche
Ihr Weg war zu Ende, zu verschieden ihr Sein
War es nicht gestern noch schier endlose Liebe?
Sie blieb alleine zurück, tief verwundet und bodenlos
Zu viele Fragen und nicht erfüllbare Hoffnungen
Sie ließ ihn ziehen, das Leben zu lernen
und musste doch selbst erst wieder stehn und weitergehen
Ein Gönner, der sich gern viel gönnte,
ob Ruhm, ob Ehre, Auto, Weib,
verwundert sich im Alter plötzlich
ob des Alleinseins, trotz viel Geld
Da gab es niemand, ders ihm recht macht,
ob Weib, ob Kinder, Nachbar, Freund,
perfekt war er nur, ganz alleine -
nun ist der Glanz ab - böse Welt
Verteilt hat er, wo Gunst ihm winkte,
an Weib, an Sohn - der Enkel viel,
doch nie im Notfall, um zu helfen,
von Liebe hat er nie erzählt
Nun liegt er da, zum Sterben elend
ob bittrem Herzen, einsam, krank,
erpresst mit Trotz die Nähe andrer
schließt aus sich von des Lebens Sinn
Bald wird er tot sein, das ist sicher,
ohn Lieb, ohn Reichtum, Ehr und Ruhm,
fängt er nicht endlich an zu lernen,
nicht sich nur sehn - für andre blind
Zerfressen von Schuld
auch wenn sie verziehen
zu viel hat gestreut schon
die Seele gibt auf
Nun lebst Du in Frieden
auf der anderen Seite
und wir stehn am Ufer
vermissen Dich sehr
Bald gehen wir weiter
doch weiser geworden
hinterfragen uns selber
verurteilen nicht mehr